CityQuartier Dortmund

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04.12.2018, 19:15h, Rathaus, Hanse Saal Bezirksvertretung Ost, runder Tisch zum Thema "Erhalt der Platane im Baugebiet Kaiserviertel"

Leitung: Bezirksbürgermeister Dammer

Der runde Tisch bestand aus ca. 50 interessierten Bürgen, verschiedenen Verwaltungsvertretern der Stadt Dortmund, Herrn Schmidt als Bauherr, sowie der Architektin Frau Biber. Zunächst gab uns Frau Biber einen kurzen Überblick über das geplante Bauvorhaben. Anschließend berichtete ein Bodengutachter als Vertreter der Stadt Dortmund über die Bodensanierungsmaßnahmen der bereits bebauten Flächen auf dem ehemaligen Güterbahnhof Ost. Danach wurde auf die Schadstoffbelastung des zu bebauenden Grundstücks eingegangen. Hier wurden im Vorfeld vom Architekturbüro Biber weitere Bodenproben im unmittelbaren Umkreis des Baumes in Auftrag gegeben und ausgewertet. Die Ergebnisse bestätigten eine hohe Belastung mit Schwermetallen.

In der sich anschließenden lebhaften Diskussion stellten verschiedene Bürger die Schutzwürdigkeit des Baumes gemäß Baugesetzbuch §9, Abs. 1 Punkt 25b heraus und verwiesen darüber hinaus darauf, dass der Baum auch aus ökologischer, klimatischer und Landschaftsbild Perspektive zu schützen sei. Mögliche Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für den Baum durch ein ingenieurbiologisches Gutachten gibt es nicht und werden auch nicht in Auftrag gegeben.

Andere Anlieger artikulierten ihr Interesse, möglichst schnell das brachliegende Gelände zu bebauen, da ein Nahversorgungszentrum fehlt und eine erhöhte Lärmbelastung festzustellen ist, nachdem die alten Gebäude auf dem zu bebauenden Gelände abgeräumt und beseitigt wurden.

Das Architekturbüro verweist darauf, dass für den Baum ein weit über das von der Stadt Dortmund als Ausgleich gefordertes Maß hinaus, ein ökologischer Ersatz in Form von großkronigen Laubbäumen mit einem Stammumfang von mind. 20/25cm außerhalb der Tiefgarage in unmittelbarer Umgebung des Geländes gepflanzt werden. Darüber hinaus versicherte uns die Architektin Frau Biber, dass auch für die Pflege der großkronigen Bäume in trockenen Sommern gesorgt werde. Weiterhin würden die Freiflächen zwischen den geplanten Gebäuden auf der TG, sowie die Dächer der neuen Gebäude extensiv begrünt. Die Architektin führte weiterhin aus, dass bei Erhalt des Baumes, die geplante Tiefgarage verkleinert werden müsste und somit mind. 12 TG Stellplätze entfallen würden.

Am Ende der Diskussion haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Architektin als Vertreterin des Bauherrn zu keinerlei Kompromissen bereit war. Wir müssen damit rechnen, dass die wirtschaftlichen und pragmatischen Interessen gegenüber den ökologischen Argumenten höher gewichtet werden und der Baum der Tiefgarage geopfert wird.