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Wohin mit dem Geld, wenn man zu den Glücklichen zählt, die am Monatsende immer ein wenig übrig haben? Auf’s Sparbuch tun? Nee, bringt in der Regel lächerliche 0,01% Zinsen. Unter die Matratze legen? Geht nicht, wir haben ein Wasserbett. Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Online-Bank eröffnen? Mein Tagesgeldkonto bei der Bank of Scotland bringt nur noch müde 0,1%.

Also doch wieder in Aktien investieren! Dabei hatte ich mein Depot im Herbst 2000 nach herben Verlusten am Neuen Markt gekündigt und mir geschworen: Nie wieder Aktien! Also wieder einmal ein Depot eröffnen. Nach einer Google-Recherche und Gesprächen mit den „Beratern“ mehrerer Banken war klar, es wird ein Online-Depot bei meiner Hausbank. Zwar nicht das günstigste in Bezug auf Ordergebühren, aber dafür wird einfach und bequem das vorhandene Girokonto als Verrechnungskonto genutzt.

Als nächstes folgten viele Wochen, in denen ich mir mühsam das notwendige Börsenwissen aneignete. Zu diesem Zweck studierte ich viele, viele einschlägige Webseiten, lud dort eine Vielzahl an kostenlosen PDF-Ratgebern und Broschüren herunter, die ich schließlich alle auf meinem Tablet, in der Badewanne liegend, verschlang. Ich kann euch sagen, mir rauchte der Kopf. Selbst nachts träumte ich von nichts anderem mehr.

Bestärkt durch mein neu erworbenes Wissen ging es nun auf die Suche nach vielversprechenden Wertpapieren. An Aktien traute ich mich zunächst nicht heran und die von meiner Hausbank empfohlenen Fonds kamen für mich wegen der hohen Ausgabeaufschläge (3% und mehr) und laufenden Jahresgebühren (von über 1%) nicht in Frage. Also konzentrierte ich mich auf ETFs. Das sind börsengehandelte, passiv gemanagte Fonds. Da die Fondsmanager lediglich versuchen einen Börsenindex nachzubilden, sind die Jahreskosten mit z.T. 0,09% oder 0,15% sehr gering und beim Kauf zahlt man lediglich den tagesaktuellen Spread zwischen Brief- und Geldkurs.

Zaghaft füllte ich online über den Browser meine erste Kauforder zum Erwerb eines ETF mit europäischen Staatsanleihen aus und klickte auf den Button „Ausführen“. Sekundenbruchteile später waren diese bereits im Depot verbucht. Hey, das war ja gar nicht so schwierig. In den nächsten Monaten folgten ETFs mit deutschen Jumbo Pfandbriefen sowie amerikanischen Technologieaktien. Inzwischen habe ich im Depot die Rentenpapiere komplett durch Aktien ersetzt, die mir täglich eine Achterbahn der Gefühle bescheren.